gemeindechronik kleinDie Geschichte der Liederlust Ohmden

Vor mehr als 100 Jahren, am 23.11.1907, trafen sich in der "Krone" in Ohmden 23 sangesfreudige Männer, um den Ohmdener Gesangverein neu zu gründen.

Neu deshalb, weil bereits in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts die Ortschronik von einem Gesangverein erzählt. Auch in den folgenden Jahrzehnten wird wiederholt auf das Bestehen des "Vereins" hingewiesen. Wie bereits erwähnt, erfolgte 1907 die Gründung und 1911 die "Taufe" auf den Namen "Liederlust". 1974 wurde aus dem Männerchor ein gemischter Chor, zu dem sich inzwischen auch ein Kinder- und Jugendchor gesellt. Heute findet in den Chören - nicht zuletzt bedingt durch verschiedenartige Chorliteratur, jede Sängerin und jeder Sänger seinen Platz, um bei der "schönsten Nebensache der Welt" mitzumachen, dem Singen im Chor. Der Chorleiter Bertram Schattel vom gemischten Chor ist Garant dafür, daß es bei allen Chorgruppen richtig klingt.gesangvereinhistorisch klein An dieser Stelle wollen wir auch noch auf weitere Aktivitäten unseres Vereins hinweisen. Wir tun dies am besten mit den Worten unseres Bürgermeisters Herrn Merkle. Hier ein Auszug aus seinem Schreiben vom 27.02.2006:

"Das zusätzliche ehrenamtliche Engagement des Vereins und seiner Mitglieder für die Gemeinde, das weit über die eigentliche Vereinsarbeit hinausgeht, ist besonders zu erwähnen.
Es ist sicherlich nicht alltäglich, daß ein kulturtreibender Verein für die Gemeinde einen neuen Spielplatz anlegt, oder ein baufälliges, denkmalgeschütztes Waaghäusle v
waaghaus kleinollständig renoviert und wieder zu einem Schmuckstück in der Ortsmitte macht, um nur die bedeutendsten und augenfälligsten Aktivitäten für die Gemeinde in der jüngsten Vergangenheit zu nennen.
Der Gesangverein ist f
ür die Gemeinde und für das Leben in unserer Gemeinde Ohmden ein mehr als wertvolles Element und verdient deshalb Lob und Anerkennung".

Erwähnenswert ist an dieser Stelle sicherlich auch die Unter-
stützung des Fördervereins für Krebskranke Kinder Tübingen e.V. Bereits seit 1989 wird alljährlich ein Spendenscheck übergeben. Aber wieder zurück zum musikalischen. Seit 1997 gibt es zwischen der Grundschule Ohmden und dem Gesangverein Liederlust Ohmden eine Kooperation. Viele gemeinsame Aktivitäten wurden in dieser Zeit miteinander erarbeitet und dargeboten. Auch heuer laufen wieder Vorbereitungen für ein neues Projekt an.
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175 Jahre Chorgesang in Ohmden
Vor drei Jahren feierte der Gesangverein Liederlust Ohmden mit einem großen Festprogramm sein 100-jähriges Bestehen. Grundlage für dieses Jubiläum war die in einem Vereinsprotokoll dokumentierte Gründung der Liederlust durch 23 sangesfreudige Männer am 23. November 1907 im Gasthaus zur Krone. Die nunmehr 103-jährige Geschichte der Liederlust ist in Protokollbüchern ausführlich beschrieben.

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Der Gründer des Ohmdener Gesangvereins:
Lehrer Johann Georg Scheufelen

In der Ortschronik von Pfarrer Eugen Beck aus dem Jahre 1890 wird berichtet, dass der Ohmdener Schullehrer Johann Georg Scheufelen um 1835 in Ohmden einen Gesangverein gründete, der sich mit kirchlichen und weltlichem Gesang am dörflichen Leben beteiligte.
Johann Georg Scheufelen war von 1818 bis 1849 Lehrer in Ohmden. Er stammte aus Weilheim, wo sein Vater ein erfolgreicher Bäckermeister war, der es wohl auch schon zu einem ansehnlichen Wohlstand gebracht hatte. Warum Johann Georg den Lehrerberuf ergriff, obwohl sein Vater recht wohlhabend war ist nicht bekannt.

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Schultes, Pfarrer, Lehrer in Ohmden
Als Johann Georg Scheufelen mit 26 Jahren im Jahre 1818 seine Lehrtätigkeit im 600 Seelendorf Ohmden begann, hatte er schon zwei Lehrjahre in seinem Heimatstädtchen Weilheim hinter sich. Zudem war er als Provisor, als Lehrgehilfe in Esslingen, Kirchheim, Neckarrems und Schwaigern tätig gewesen. Sein Vorgesetzter im Ort war ab 1820 Pfarrer Partschefeld, ein musikliebender Mann, der seinen musikeifrigen Schulmeister hochschätzte. Aus diesem Grund ließ er dem Schulmeister in seinen Mesneraufgaben wohl eher freie Hand. Pfarrer und Lehrer waren befreundet und standen sich gleichrangig gegenüber.

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Die Sängerbewegung im 19. Jahrhundert
Die Gründung des 1. Ohmdener Gesangvereins im Jahre 1835 durch den Ohmdener Schullehrer Johann Georg Scheufelen war im süddeutschen Raum kein Einzelfall. Im Gegenteil. Das Gründen von Gesangvereinen war zu dieser Zeit nachgerade "in". 1826 wurde der Kirchheimer Liederkranz gegründet, 1827 folgte der Esslinger Liederkranz und 1832 der Liederkranz Nürtingen. Zunächst ging die Sängerbewegung eher von den größeren Städten aus und häufig waren Lehrer wie der Esslinger Dr. Karl Pfaff, an der Gründung beteiligt. Die Vereinsgründungen entsprachen dem neu entstandenen Bürgerbewusstsein. In den Vereinen konnte man sich versammeln. Auch politische Ideen spielten eine wichtige Rolle. Neben den Bürgerrechten ging es auch darum, das politische Ziel der Einigung des Reiches nach den napoleonischen Kriegen voranzubringen.

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