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Generationenübergreifende Lieder-Lust (2010)

Die Gemeinde Ohmden feiert 175 Jahre Chorgesang - Jubiläumskonzert in der Gemeindehalle

Vor 175 Jahren gründete Johann Georg Scheufelen in Ohmden einen Chor. Wie Hans Herzinger erläuterte, arbeitete Johann Georg Scheufelen als Lehrer an der Schule in Ohmden, und ihm lag die Musik sehr am Herzen.

Gabriele Rolfs

Gute Traditionen können sich lange halten: Der Grundstein, den Johann Georg Scheufelen 1835 in Ohmden legte, war sichtlich solide, denn Chorgesang und Musik spielen dort auch heute noch eine wichtige Rolle.

bertram-2010So feierte die Gemeinde Ohmden das musikalische Jubiläum am Wochenende gleich mit mehreren Veranstaltungen: einem Jubiläumskonzert, einem musikalischen Frühschoppen, einer „Musikstunde" und diversen Chor- und Instrumentalbeiträgen.

Dem heutigen Chorleiter Bertram Schattel liegt die musikalische Arbeit mit den Ohmdenern auch am Herzen. Generationenübergreifend arbeitet er mit allen, die gerne singen, angefangen bei den Grundschulkindern bis hin zu den jung gebliebenen Senioren. Für die Männer, die so oft von sich behaupten, sie könnten nicht singen, gründete er die neue Gruppe „Männersache". Und bei ihrem ersten Auftritt im Rahmen des Festkonzertes wurde schon ganz klar: Diese Männer können durchaus singen.

Nach dem bewusst improvisativ gehaltenen Beginn des Konzertes und der Einführung durch Hans Herzinger begaben sich die drei Ohmdener Chöre, der Grundschulchor, die Liederlust Ohmden und der Chor Männersache auf eine Zeitreise durch die Geschichte des Chorgesangs. Mit „Nun danket alle Gott" knüpften die Chöre direkt an den Chor Johann Georg Scheufelens an, der dieses Lied zum 400-jährigen Geburtstag von Luther gesungen hatte. Es folgte das politische Protestlied „Ob wir rote, gelbe Kragen tragen" als Erinnerung an den politisch aktiven und unbequemen Chorleiter Scheufelen.

Aus der Romantik hatte Bertram Schattel vier Werke ausgewählt: Von Franz Schubert „Die Nacht", zwei Sätze von Johannes Brahms und das „Zigeunerleben" von Robert Schumann. Ein schwebender Klang und ein helles leichtes Timbre charakterisierten „Die Nacht", am Klavier begleitet von Thomas Arnold. Fröhlich frisch folgte „Wach auf meins Herzens Schöne" von Johannes Brahms und „Erlaube mir feins Mädchen". Schumanns „Zigeunerleben" war eine Herausforderung für den Chor, der die unterschiedlichen Stimmungen des Stückes gut einfing, sicher am Klavier begleitet von Thomas Arnold.

Die nächste Station der Zeitreise waren die Zwanzigerjahre mit „Sag beim Abschied leise Servus" und „Warte, warte nur ein Weilchen". Aus den Dreißigerjahren präsentierte der Chor „Ein Freund, ein guter Freund", „Wochenend und Sonnenschein", präzise und schwungvoll gesungen, und - als musikalisches Kleinod - „Mir gehts gut, wir verlieren nicht den Mut", vom Chor Männersache und einer kleinen Frauengruppe.

maennersacheViel Freude und entsprechend viel Applaus erntete der Chor Männersache mit dem Stück „Männer treffen keinen Ton, Männer singen ganz aphon", das sehr musikalisch, charmant und witzig vorgetragen wurde.







gesamt-2010Beim Titelsong aus dem Phantom der Oper liefen die Chöre zu ihrer Höchstform auf und sangen mit vollem Sound, gleichzeitig leicht, intensiv und witzig. Gesteigert wurde dieses Stück nur noch durch Songs aus dem Musical Mary Poppins, bei dem der Kinderchor die Erwachsenenchöre unterstützte. Das „Superkalifragelistisch" aus Mary Poppins begeisterte die Zuhörer, wobei die Mischung aus Kinder- und Erwachsenenstimmen der Aufführung einen besonderen Reiz verlieh.


Das Jubiläumskonzert in Ohmden zeigte klar: In Ohmden herrscht „Lieder-Lust", dank dem Grundstein von Johann Georg Scheufelen und vor allem Dank der heutigen soliden Arbeit von Bertram Schattel.

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