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Konzert Film- und Musicalmelodien 3. und 4. Juli (2009)
Katzenmusik und ein Löffel Zucker

Liederlust Ohmden präsentiert mit Grundschulkindern Lieder aus Film und Musical

Peter Dietrich

vskZu einem guten Konzert gehört eine Vorgruppe, die das Publikum aufwärmt. Bei den beiden Konzerten der Liederlust Ohmden in der Ohmdener Gemeindehalle übernahmen die Vorschulkinder des örtlichen Kindergartens diese Aufgabe. Ihre eingängigen Film- und Musicalmelodien trug die Liederlust dann zum Teil gemeinsam mit Kindern der Grundschule vor. Die Trommeln, mit denen die Vorschulkinder unter dem Motto „Am Anfang war der Rhythmus" die beiden von der CD eingespielten Lieder begleiteten, waren selbst gebaut. Selbstbewusst unterstrichen die Kinder mit diesen die im zweiten Lied besungenen Forderungen - dass Kinder auch etwas zu sagen haben und das es unter anderem Zeit wird, dass der Schulhof endlich schöner wird. Damit jeder junge Trommler einmal drankam, durften am Freitag- und Samstagabend jeweils andere Kinder auf die Bühne.

hh2Anschließend begrüßte die Liederlust Ohmden die Besucher in der gut gefüllten Gemeindehalle mit einem gesungenen „Herzlich willkommen" und einem kurzen Kanon. Dann führte Moderator Hans Herzinger kompetent in die ersten Liedtitel aus Film und Musical ein.
Es kommt, wie es kommt, beschreibt ein Sprichwort die Unvorhersehbarkeit der Zukunft, auf Spanisch heißt das qué será, será. Auf das gleichnamige Lied aus dem Hitchcock-Thriller „Der Mann, der zu viel wusste" folgte Louis Armstrongs „What a wonderful world". Ein Lied für die Krise, das in den USA in den schwierigen 1960er-Jahren an die Schönheit der Natur erinnerte und auch heute wieder gut passt. Es folgte der Gospel „I will follow him" aus dem Film „Sister Act" - bei dessen Solo Dirigent Bertram Schattel allerdings nicht an die unvergleichliche Ausstrahlung von Whoopi Goldberg herankam.

chor-konDavon abgesehen kann man Schattel nur loben: Er hatte seinen Chor gut im Griff, verband Konzentration mit Lockerheit und bewies einen sehr guten Draht zu den Kindern. Sein Chor überzeugte durch ein harmonisches, schön geschlossenes Klangbild und präzise Einsätze. Die Sopranlastigkeit vieler anderer Chöre war ihm fremd, sowohl der Alt als auch die Männer waren bei den insgesamt etwa 60 Stimmen sehr gut vertreten. Auf „Gabrielas Lied" und „Lenas Lied" aus dem Film „Wie im Himmel" folgte echte Katzenmusik - das berühmte „Memory" aus Andrew Lloyd Webbers Musical „Cats", in dem die Katzen von ihren ach so schönen Treffpunkten singen. Webber war, wie sollte es beim Thema „Film und Musical" anders sein, danach gleich nochmals vertreten, mit einem Lied aus seinem „Phantom der Oper".

gb2Bei „All I ask of you", dem zweiten Stück aus diesem Musical, kamen zwei viel versprechende Nachwuchstalente aus der Musikschule Kirchheim zum Zuge. Natalie und Raphael Beck, Geschwister und elf und 19 Jahre jung, glänzten beim Duett nicht nur mit außergewöhnlich schönen Stimmen, sondern auch mit authentischer englischer Aussprache.

Als für fetzige zwei Lieder aus „Pippi Langstrumpf" und das „Probier's mal mit Gemütlichkeit" aus dem Dschungelbuch rund 50 Ohmdener Grundschulkinder auf die Bühne kamen, trat die Liederlust bescheiden in den optischen und musikalischen Hintergrund. Die Chorsätze der drei Lieder hatte Schattel selbst arrangiert.
Das „Löffelchen voll Zucker", das die bittere Medizin versüßt, stammt genauso aus dem Film über das merkwürdige Kindermädchen „Mary Poppins" wie „Chim Chim Cheree". Diese beiden und noch einige weitere Klassiker des mit fünf Oscars ausgezeichneten Films, der Jahrzehnte später zum Vorbild für ein Musical wurde, waren in deutscher Sprache gesungen im letzten Block zu hören.


schuleWie alle anderen Stücke des Konzerts wurden sie von Ella Flemmer am Klavier routiniert begleitet. Für die Zugabe hatte sich Schattel das wider Erwarten gar nicht so einfach einzustudierende „Thank you for the music" von Abba ausgesucht.



Danach gab es noch keinen Grund zum nach Hause gehen. Zum einen sorgten die Eltern der Grundschulkinder für Speisen und Getränke. Zum anderen brachten am Freitag als Nachgruppe die drei Musikschüler Andreas Dittinger am Klavier, Dominik Müller am Schlagzeug und Dario Schattel am Bass herrlich leichtfüßigen Jazz zu Gehör. Am Samstag war zum Ausklang die Jesinger Schulband an der Reihe.

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