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JUBILÄUMSABEND
Neues Ohmdener Heimatlied der Öffentlichkeit vorgestellt

Die ewige Lust am Singen in harmonischer Gemeinschaft
Zelterplakette-Vorderseite
Genau 100 Jahre nach der Gründung im Gasthaus „Krone" in Ohmden am 23.11.1907 durch 23 sangesfreudige Männer feierte die „Liederlust" Ohmden ihren Geburtstag in de
r Gemeindehalle. Ein Festprogramm, das von vielfältigem Chorgesang und der Verleihung der vom Bundespräsidenten gestifteten „Zelterplakette" durch Landrat Eininger geprägt war, erfreute die zahlreichen Freunde des Chorgesangs.







RAINER STEPHAN

Ohmden. Recht schwungvoll kamen die in schwarz gekleideten jungen Damen daher, die mit dem Lied „Sing a song of joy" den musikalischen Reigen eröffneten. Der Schriftzug „CIA" auf den T-Shirts stand aber nicht für den Ohmdener Geheimdienst - so Prof. Hans Herzinger augenzwinkernd - sondern für den Jugendchor „Chor in Action" unter der Leitung von Sandra Geißelhart. Mit den Stücken „Amezaliwa" und „Oh happy day" gab der Jugendchor weitere Kostproben seines Könnens zum Besten.
Hans Herzinger, der informativ und unterhaltsam durchs Programm führte, wies nach der Begrüßung auf die Zeit der Romantik im 19. Jahrhundert hin, in der viele Chöre gegründet worden wären, die vom Streben nach der Einheit Deutschlands und einer tiefen Liebe zur Heimat beseelt waren. Lieder wie „Durchs Wiesatal gang i jetzt na" stünden für den Geist dieser Epoche.
Mit dem Kanon „Mit Haut und Haar" von Uli Führe stellte der Gemischte Chor unter der Leitung von Bertram Schattel seine Leidenschaft für die „schönste Nebensache der Welt" eindrucksvoll unter Beweis. Instrumental wurde der Chor vom Saxophon-Quartett „Sasso suono" begleitet.

Ohmdener Heimatlied 500Als „brandaktuelles Werk" bezeichnete Vorsitzender Johann Steffl das neue Ohmdener Heimatlied, das von Bertram Schattel komponiert wurde und zu der Herzingers Sprachgewandheit die passende Lyrik beisteuerte. Die wohlklingende Melodie begann in der ersten Strophe mit „Im Albvorland, auf Liasstein" bevor im Finale die entschlossene Tatkraft „Wir packens Glück beim Schopfe" zur Schau gestellt wurde. „Diese Uraufführung wird in die Annalen eingehen", prophezeite Bürgermeister Manfred Merkle und zeigte sich zugleich überrascht und hocherfreut ob der Hommage an die so sehr geschätzte Heimatgemeinde. Er überbrachte dem Verein ein Geschenk und wies auf die nunmehr vorliegende DVD über die im Februar stattgefundene Bildschau „Ohmden, wie's früher war" hin. Sein besonderer Dank galt Altbürgermeister Walter Kröner und Hans-Günther Haußmann für ihren unermüdlichen Einsatz.
Die von Bertram Schattel arrangierten Songs „Chim, Chim, Cheree" und „Let's go fly like a kite" leiteten zum Grußwort des Karl-Pfaff-Gaus über. Vizepräsident Wilhelm Braun ging in launigen Worten auch auf das Gründungsdatum ein. Nach der Einbringung des Mosts und dem für die Bevölkerung so wichtigen Feiertag „Martini" hätten die Bauern „gschtät dau", und somit „relaxed" und zufrieden die Vereinsgründung in Angriff nehmen können. Wilhelm Braun, der zusammen mit dem unvergessen ehemaligen Liederlust-Vorsitzenden Otto Frank 1963 die Limburg-Sängervereinigung gegründet hatte, bescheinigte der Jubilarin stets hohes Können an den Tag gelegt zu haben, sei doch der Chor bereits 1929 beim Sängerfest in Neidlingen mit „höherem Volksgesang" an den Start gegangen. Zum Schluss händigte der Vizepräsident noch eine Ehrenurkunde aus.
Wohl nicht ohne Grund intonierte der Chor danach den Choral „Danke Herr" von Bertram Schattel, den die Sängerinnen und Sänger sehr gefühlvoll vortrugen. Beim Lied „Ein Freund, ein guter Freund" wurde der Chor einmal mehr vom gut disponierten Quartett „Sasso suono" begleitet.
Beim geschichtlichen Rückblick ging Hans Herzinger auch auf die Sangesbrüder Karl Pfaff sowie Carl Scheufelen aus Ohmden ein, die mit ihrem „sängerpolitischen" Wirken im vorletzten Jahrhundert bei der Obrigkeit in Ungnade gefallen waren. Mit den Worten „Sie sind dem Gesang gewogen" gab er das Wort an Heinz Eininger weiter. Dem Landrat wurde die Ehre zuteil, die vom Bundespräsidenten gestiftete „Zelterplakette" der Liederlust zu überreichen. Das Credo „Vereint in Lied und Leben" bewege den Verein, lobte der Landrat die sinnstiftende Haltung, die in der Mitte der Gemeinde gewirkt habe. Hervorzuheben sei der Einsatz beim Spielplatzbau und der Renovierung des Waaghäusles. Mit der Plakette würden besondere Verdienste um die Chormusik gewürdigt und an Carl Friedrich Zelter, den „preußischen Silcher", erinnert, der gewiss seine Freude am Ohmdener Chor gehabt hätte.
Das Stück „Klänge der Freude" von Willy Trapp leitete zur Rede des Vorsitzenden über. Johann Steffl bedankte sich bei allen für die großartige Unterstützung während des gesamten Jubiläumsjahres. Es sei immer wieder eine Herausforderung, Tradition zu wahren und doch ständig Neues zu wagen. „Immer wieder neue Wege gehen", lautete sein Motto. Steffl lud alle zum Singen ein und bezeichnete die Chorproben mit Chorleiter Bertram Schattel als „Seelenbalsam". Ein Grußwort des Gesangvereins aus Oelinghoven erinnerte noch an die vielen Freundschaftstreffen in der Vergangenheit.

Mit afrikanischen Liedern klang der Abend aus, wobei Vorsitzender Steffl höchstpersönlich bei „Yakanaka" als Gesangssolist glänzen konnte. Bei all' den vielen, guten Geschehnissen im Ohmdener Jubiläumsjahr mag so mancher beim Hören der vorgetragenen Liedpassage „We are marching in the light of god" zur Überzeugung gekommen sein, dass es der Schöpfer mit diesem Verein wirklich besonders gut gemeint hat. Zu gönnen ist es der „Liederlust" allemal.